Wie an zwei weiteren Borkener Schulen fand auch an der Montessori-Gesamtschule ein Projekttag „Flucht und Flüchtlinge“ statt. Ins Leben gerufen wurde dieser Projekttag von der Stadt-SV, die ihre Idee beim Jugendforum der Stadt Borken präsentierte und damit den Beifall der Juroren und die entsprechende finanzielle Unterstützung durch die Stadt erhielt. 

Nils Kemper als Schülersprecher und Schulleiter Hartmuth Schlüter-Müller stellten den Schülern in einer Schulversammlung die Entstehung des Vorhabens und den Hintergrund eines solchen Projekttages dar. Ein kleines Video führte in das Thema ein, bevor sich die Schüler in vielen unterschiedlichen Gruppen mit dem Thema auseinander setzten. 

In allen Räumen der Schule und auch auf dem Gelände arbeiteten kleine Gruppen. So entstanden Reliefs in arabischer Schrift und Willkommensplakate für geflüchtete Kinder aus Kriegsgebieten. Erwachsene und aktuelle Schüler der Schule erzählten von ihren Fluchten aus Angola oder Syrien und das Gehörte wurde in Gedichten, Rollenspielen und Bildern (weiter)verarbeitet. Filme wie „Hope“ oder „Das Schicksal der Kinder von Aleppo“ wurden analysiert  und der Wohlgeruch orientalischer Gerichte zog durch die Schule. An den PC wurden kleine Flyer, in denen z.B. um Spenden für Flüchtlinge gebeten wurde oder die die Übersetzungen gängiger Begrüßungsformeln und –phrasen auflisteten, entworfen. In der Werkstatt entstanden Brettspiele, die im Orient gespielt werden, in Linolschnitt-Technik entstanden zahlreiche Druckvorlagen mit antirassistischen Sprüchen wie „Ich bin weder Ausländer noch Inländer sondern einfach nur Mensch!“Eine Schülergruppe hatte sich auf den Weg ins Haus der Begegnung gemacht und verbrachte mit 25 Erwachsenen aus mehreren Ländern den Schultag mit Denkspielen und Knobeleien. Zwei riesige Wandgemälde regten zur Auseinandersetzung mit dem Thema an („Im Frieden beerdigen die Kinder ihre Väter, im Krieg die Väter ihre Kinder.“) und das Stichwort „Rassismus“ wurde in einem Mini-Film und einer PPP bearbeitet. Zahlreiche Bilder beschäftigten sich mit den Ursachen einer Flucht aus der vertrauten Heimat in die Fremde. Schließlich war auf einer der entstandenen Arbeiten zu lesen „Wenn sich Nazis wegen der vielen Ausländer nicht mehr auf die Straße trauen, brauchen wir mehr Ausländer.“  

Viele der entstandenen Arbeiten aus allen beteiligten Schulen sind ab dem 24. August im Borkener Stadtmuseum zu betrachten.

Projekttag "Flucht und Flüchtlinge"Erwachsene und Schüler hatten Spaß beim Denken und Knobeln im Haus der Begegnung.